Glaube

Vor Sonnenaufgang stehen viele Menschen, halten einander an den Händen. Grafisch ist eine Weltkarte über den Himmel gelegt.

Was glauben wir als Gemeinde?

Als Evangelische sind wir Teil einer Gruppe aus Menschen, der weltweiten, überkonfessionellen Kirche. Doch hat jede:r Christ:in persönlich direkt mit Gott zu tun. Darum ist im Evangelischen das eigenständige, von Gott erhellte Denken und Glauben wichtig.

Zentral sind Gott und Jesus Christus. Stark ist der Stellenwert der Bibel (online zB. hier zu finden), weshalb wir in der Friedenskirche auch im Gottesdienst aufstehen, wenn aus ihr vorgelesen wird. Wichtig ist eine Ethik der Liebe und Vergebung, aber ohne ungesunden Perfektionismus. Ferner gibt es eine reiche Tradition an Glaubensbekenntnissen, die uns zusätzliche Orientierung schenken. Zum Beispiel das Apostolische Glaubensbekenntnis, das wir im Gottesdienst gemeinsam sprechen:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Worum geht es bei den großen christlichen Festen?

Zu Weihnachten feiern wir, dass Gott selbst Mensch geworden ist. Beim Christkind des Volkstums handelt es sich eigentlich um das Christuskind, Jesus Christus! In ihm kam Gott zu uns.

Das Christuskind blieb jedoch kein Baby in der Krippe, sondern wuchs im ersten Jahrhundert nach Christus (daher auch die Zeitrechnung) in Israel auf, das damals eine römische Provinz war.

Im Alter von etwa 30 Jahren begann er einen Predigt- und Heilungsdienst, in dem er davon erzählte, dass Gott die Herrschaft über die Welt antreten würde, zunächst in geistlicher Form, indem er Menschen von innen heraus verändert.

Alle Christen heute sind Teil dieser Bewegung und möchten sehen, dass Gottes guter Einfluss in der Welt durch uns mehr Gestalt gewinnt.

Figuren aus Modelliermasse: Jesus als Baby in der Krippe, Maria und Josef. Am Boden Stroh, hinten: Ziegelmauer.

Zu Ostern feiern wir Jesus, den Retter für die Welt.

Für uns gestorben, aus Liebe…

Für uns auferstanden, in Gottes Kraft…

Für uns da, im Hier und Heute!

Wir feiern…

… nicht weniger als die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen – an der jeder Anteil hat, der sie für sich annimmt. Diese Versöhnung wird nicht erreicht, indem wir uns abstrampeln, vor Gott gut dazustehen! Jesus sagte über sich:

… wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; […] so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

Jesus im Matthäus-Ev. 20, 26b–28
Einige Narzissen vor einem hellblaugrauen Himmel, ihre Blüten hellgelb mit dunkelgelben Mitten über den grünen Stängeln.

Gott hat den Schritt der Versöhnung auf uns zugemacht! Nach dem Lehrdienst kam das Kreuz. Jesus Christus gab sein Leben als Lösegeld für unsere Fehler, für alles, wo wir uns falsch verhalten haben. So hat Gott alle Menschen mit sich versöhnt. Daran denken wir am Karfreitag. Doch dass Jesus am Kreuz für uns starb, ist noch nicht die vollständige Geschichte. Martin Luther drückte es so aus:

„[Er hat] gelitten, ist gestorben und begraben worden, um für mich genugzutun und zu bezahlen, was ich verschuldet habe, nicht mit Silber oder Gold, sondern mit seinem eigenen, teuren Blute […]. Darnach ist er wieder auferstanden, hat den Tod verschlungen und gefressen, …“

Martin Luther im Gr. Katechismus
(projekt-gutenberg.org/luther/katechis/chap004.html)
Ein Lamm steht in einer Wiese, die mit gelben Blüten gesprenkelt ist. Das Lamm sieht aufmerksam in die Kamera.

Das feiern wir am Ostersonntag: Jesus hat über den Tod triumphiert. Er ist nach seinem Tod zu neuem Leben auferstanden und will auch uns dieses Leben geben, sein Leben. Sein übernatürliches Leben kann unser Hier und Jetzt neu machen und reicht bis über den Tod hinaus. Wir sollen durch Jesus am Leben Gottes teilhaben, ja, Gott selbst will mit uns verbunden sein.

… mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht…

Paulus und Timotheus im Kolosserbrief 2,12b–13a

Das Osterfest ist also ein Feiern der Versöhnung mit Gott und eine Einladung an alle, die diese noch nicht kennengelernt haben, ebenfalls in die Gemeinschaft mit Ihm einzutreten. Ostern ist dann nicht nur das Fest der Auferstehung Jesu, sondern, geistlich gesehen, auch von uns. Ein Tor in eine neue Lebendigkeit. In eine neue Existenz, nun gemeinsam mit Gott selbst. Er kann unser Leben verwandeln.

Ein schönes Oster-Dankeslied:

Direkt auf Youtube ansehen

Von 2021, aber immer noch passend 🙂